Ausprobiert: Linux auf der PS4

5 Jahre nach der Veröffentlichung der Playstation 4 Konsole hatten es findige Hacker geschafft eine „alltagstaugliche“ Möglichkeit (…) zu finden, die es u.a. ermöglichte, Homebrew und auch Linux auf der Konsole lauffähig zu machen.

Während die Entwicklung von nativen Homebrew-Apps noch etwas auf sich warten ließ, hat das italienische Team von psxita.it die 2. Version ihrer PS4-Portierung von Arch Linux veröffentlicht: PSXITArch Linux. Die Distribution kommt mit einer Vielzahl von vorinstallierten Apps & Emulatoren daher, die dank funktionierender Grafiktreiber, die die 2D- und 3D-Beschleunigung der PS4 nutzen, sehr flüssig laufen sollen.

Installation

Die Installation gestaltete sich recht einfach: Nur die notwendigen Archiv-Dateien auf einen (schnellen) FAT32-formatierten USB-Stick kopieren, diesen in die PS4 stecken und den Linux-Loader-Exploit starten. Nach ein paar Sekunden startete die Konsole neu und bootete vom USB-Stick. Sofort fiel mir ins Auge, dass die Lightbar der PS4 jetzt pink blinkte… 🙂
Spätestens jetzt musste man Tastatur & Maus anschließen um das Installations-Script im Terminal aufzurufen. Sehr vorteilhaft ist eine Tastatur mit eingebautem USB-Hub für die Maus und ggf. weitere Geräte. Die Installation selbst dauerte ca. 30 Minuten und wurde komplett auf dem USB-Stick installiert. Wer also später noch Platz für Spiele oder ROMs benötigt, sollte einen etwas größeren Stick verwenden. Ich habe für den Anfang nur einen 16GB-Stick eingesetzt.

Ein Problem ist mir aufgefallen: beim ersten Versuch hatte ich kein Bild am TV-Gerät gesehen. Offenbar hat das System Schwierigkeiten, mein HDMI-Endgerät richtig zu erkennen, da die PS4 via AV-Receiver am TV angeschlossen ist. Ein 2. Versuch an einem PC-Monitor hat dann problemlos geklappt.

Linux-Spiele & Emulatoren

Die Spiele-Plattform Steam kam vorinstalliert in der PSXITArch-Distribution. Hier musste ich mich lediglich mit meinen Daten einloggen und konnte die Spiele meiner Bibliothek spielen, die Linux-fähig waren (z.B. Slaps & Beans und die Deponia-Trilogie). Das ist einer der Vorteile von digitalen Downloads via Steam, dass die Spiele auf verschiedenen Plattformen verfügbar sind (Windows, Mac und Linux).

Die vorhandene Installation des Retroarch-Emulatorpakets ermöglichte es komfortabel verschiedenste Cores herunterzuladen. Mein Ziel war es natürlich meine Lieblings Turrican-Ports Megaturrican und Turrican II (DOS) lauffähig zu bekommen. In einem schnellen Test hat dies mit Megaturrican direkt mit dem Picodrive-Core funktioniert.

 


Ausblick

Linux – dieser kleine Hack machte aus der reinen Spielekonsole faktisch einen leisen Wohnzimmer-PC. Nachdem die Installation gut geklappt hatte und das System performant lief, gab es reichlich Dinge, die ich in den nächsten Tagen und Wochen versuchen wollte:

Stage9

Besonders interessant war es für mich Stage9 lauffähig zu machen. Da die Grafikleistung meines Laptops nicht wirklich berauschend war und die Unreal-Engine doch sehr leistungshungrig ist, wollte ich testen, wie der Enterprise-Simulator auf der Spielekonsole lief. Auch wenn das Stage9-Projekt offiziell eingestellt wurde fand man im Netz noch ohne Probleme Downloads der letzten Version 0.10 /v10 des Linux-Pakets, das u.a. auch für Arch-Linux geeignet war.

Emulatoren: C64, DOS und mehr

Natürlich musste ich auch eine C64-Emulation testen. Hier wäre mir ein Standalone-Emulator wie VICE lieber wie der C64-Core in RetroArch.

Der DOSBOX-Core war ebenfalls in RetroArch enthalten, würde aber erfahrungsgemäß etwas Konfigurationsaufwand erfordern. Turrican II lag bereits vorkonfiguriert für den DOSBOX-Emulator auf meiner Festplatte.

ScummVM

ScummVM 2.0.0 unterstützt mittlerweile hunderte klassische Adventures. Mein Ziel würde es sein, zumindest meine alten bekannten Monkey Island 1,2 und 3 sowie Simon the Sorcerer lauffähig zu bekommen.

KODI

Auch wenn es vermutlich nicht sehr praktikabel ist, jedes mal aufwendig Linux via Exploit zu booten um mal eben einen Film ansehen zu können: Unter Linux sollte es auch passabel möglich sein, das KODI Media Center zu betreiben. Damit würde es möglich sein, Videos via Netzwerk oder Stream von diversen Plattformen via Internet anzuschauen.

2 Gedanken zu „Ausprobiert: Linux auf der PS4

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