ASUS F756U Notebook Flüssigkeitsschaden Reparatur

Von einem Arbeitskollegen habe ich ein defektes 17” Notebook bekommen, das er nach einem Flüssigkeitsschaden auf dem Elektroschrott entsorgt hätte. Es handelt sich dabei um ein ASUS F756UQ-T4147T aus dem Jahr 2017 mit guter Ausstattung:

  • i7 7500U 2,7-3,5GHz (2 Kerne, 4 Threads)
  • Dedizierter Grafikchip Geforce 940MX
  • 16GB RAM (2x 8GB DDR4)
  • 17” FullHD TFT, matt
  • m.2 2280 SATA Slot + SATA-Port
  • DVD-Brenner, SD-Kartenleser, Webcam, 2x USB2, 1x USB3, WLAN, BT 4.0

Ich wollte das Gerät untersuchen, um ggf. brauchbare Teile, wie das Display oder das RAM verwerten zu können. Da die Elektronik potentiell durch Flüssigkeit zerstört worden war, machte ich mir zunächst keine Hoffnung auf eine Reparatur. So lag das Gerät fast 2 Jahre in meinem Lager.

Nachdem ich nun einige Youtube-Videos geschaut hatte, in denen Gameboy-Module mit Flüssigkeitsschaden meist durch ausgiebige Reinigung mit Alkohol „repariert“ werden konnten, dachte ich mir, ich versuche mal, das Mainboard des Notebooks auch mal in Alkohol zu „baden“.

Schaden

Das Notebook hatte einen Flüssigkeitsschaden erlitten, nachdem ein Glas  Bier (…) darauf umgekippt war.  Folge:

  • Keine Funktion
  • Tastatur und Touchpad verklebt

Beim Einschalten des Geräts zuckte der Lüfter kurz, ansonsten tat sich nichts mehr.

Reparatur

Zunächst habe ich Mainboard und die restlichen Komponenten (Laufwerk, Touchpad) ausgebaut. Die Tastatur ist fest mit dem Gehäuse verbunden.

Die oben liegende Rückseite es Mainboards zeigte deutliche Spuren von Korrosion durch die Flüssigkeit.

Mit einer Zahnbürste und einer reichlichen Menge Isopropanol habe ich die Platine dann regelrecht getränkt und abgebürstet, bis nichts mehr von den korrodierten Stellen zu sehen war. Bei einem erneuten Funktionstest zuckte der Lüfter nun jedoch gar nicht mehr und ich habe schon befürchtet, das nun die Elektronik endgültig zerstört war… Interessehalber schloss ich einen Monitor an den HDMI-Port an und siehe da: der Laptop war ins BIOS gestartet 😀

Vom ersten Erfolg beflügelt machte ich mich schon auf die Suche nach einem Ersatz-Keyboard, denn ich fürchtete, dass ich das Bier niemals verlustfrei aus der alten Tastatur würde entfernen können. Nachdem aber Ersatztastaturen nicht gerade günstig zu bekommen waren (zumal wohl mit dem Gehäuse verbunden über Kunststoff-Verschmelzungen), versuchte ich mein Glück doch noch mit den verklebten Tasten. Mit reichlich Alkohol konnte ich die Flüssigkeitsreste einfach mit einer Zahnbürste aus der Tastatur herausspülen. Tatsächlich funktionierte die Tastatur beim ersten Test dann direkt auch einwandfrei.

Nachdem erste Versuche fehl schlugen, den Laptop vom USB-Stick mit Linux zu booten, schloss ich das DVD-Laufwerk wieder an und startete von DVD, was auch funktioniert hat.

Ich checkte die BIOS Einstellungen und schaltete die aktivierte Secure-Boot-Option aus, und schon bootete das Gerät auch von USB-Stick und ich konnte Windows 10 auf eine neue gebrauchte 256 GB m.2 SSD installieren.

Dann habe ich das Gerät endgültig wieder zusammengebaut.

Fazit

Nachdem ich das Notebook bei dem Schadensbild eigentlich schon abgeschrieben hatte, freut es mich umso mehr, dass er nunmehr offenbar wieder tadellos läuft. Sogar inkl. RAM, Akku, DVD-Laufwerk und Tastatur.

Ich werde ihn eine Weile testen, ob die Hardware über längere Zeit zuverlässig funktioniert.

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