GamePi15 – Retro-Emulation im (Fast-) Hosentaschenformat

Retro-Emulation funktioniert sowohl auf High-End-PCs, Custom Hardware wie meinem Arcade-Bartop oder auch im Miniaturformat. Da ich noch einen Raspberry Pi Zero W ungenutzt in der Schublade liegen hatte wollte ich meine Erfahrungen mit RetroPie gleich nochmal mit dieser Hardware nutzen. Ich habe mir bei Aliexpress eine kleine Platine mit Bildschirm und Controller-Tasten bestellt: Den WaveShare GamePi15. Für rund 18,- EUR bekommt man ein 1,5″-LCD mit 240×240 Pixeln, einen 3,7V-LiPo-Akku und einen kleinen Lautsprecher, die wie ein Sandwich zwischen dem Raspi-Board und dem Controller/TFT-Board sitzen. 

Alles Pinky?

Als Softwarebasis wird dann wieder RetroPie eingesetzt, bei dann lediglich die passenden Bildschirmtreiber installiert werden wollen. Das ist nicht weiter kompliziert, nur umständlich: Man benötigt dazu einen Adapter für MicroUSB zu USB (für die Tastatur) und einen für Mini-HDMI zu HDMI, um vorübergehend einen Monitor anschließen zu können.

Wer sich die Arbeit sparen will, kann das vorgefertigte PinkyPi-X-Image verwenden. Hier sind die Treiber und die Emulatoren schon eingerichtet und auf den GamePi15 abgestimmt.

Dann kann es fast schon losgehen und diverse Spiele und Demos können mit den Emulatoren getestet werden. Mit der Wifi-Version des Raspi-Zero können ROMs komfortable  über eine Samba-Freigabe vom PC aus auf die Konsole geschoben werden. Die notwendige W-LAN Verbindung kann dabei auch ohne Tastatur (…) eingerichtet werden, indem man seine Daten in die Datei wifikeyfile.txt auf der MicroSD-Karte (Boot-Partition) einträgt.

Emulation

Die Emulation der klassischen Konsolen Megadrive und SNES klappen wie erwartet recht gut und schnell. Größte Herausforderung ist, mit seinen Fingern nicht alle Tasten auf einmal zu drücken. 😀

AMIGA-Emulation ist auch mit an Bord, allerdings ist der kleine Rechner hier schon deutlich an der Leistungsgrenze. Auch den DOSBOX-Core habe ich getestet, den man im Retropie-Setup bei den „Optionalen Paketen“ nachinstallieren kann. Hier kann die Emulation eher als Proof-of-Concept gesehen werden… Selbst Turrican II (DOS) läuft, wenn auch sehr langsam.

Gehäuse

Der PinkyPi-Macher hat auch ein Gehäuse für die kleine Handheld-Konsole erstellt und bei Thingiverse hochgeladen.

Fazit

Ist es eine nützliche, sinnvolle Anwendung, einen Raspi Zero mit einem 1,5″ TFT in eine Spielekonsole zu verwandeln? Nein, eher nicht… Ist es wenigstens eine gute Handheld-Konsole um emulierte Spiele spielen zum können? Hm, auch nicht wirklich, schon gar nicht für große Erwachsenen-Hände 😀

 

Aber: Der Retro- und DIY-Faktor passt: es macht Spaß, auf diese Weise das Stück Platine so zum digitalen „Leben“ zu erwecken und so vertraute Grafik und Musik genießen zu können. Und es ist allemal ein besserer Verwendungszweck für den Raspi, als nur in der Schublade zu liegen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.