Meine Heimkino-Wohnwand aus dem Hause IKEA

Heute will ich ein kleines Projekt aus dem Bereich „IKEA-Hacking“ vorstellen, das ich im Jahr 2010 durchgeführt hatte. Damals noch in meiner Mietwohnung beschloss ich aus Platzgründen meine Motor-Leinwand in eine moderne IKEA-Wohnwand einzubauen.

Das verwendete BESTA-Regalsystem gibt es mittlerweile bei IKEA nicht mehr zu kaufen, die Wohnwand selbst ist bei mir auch nicht mehr im aktiv genutzt: High- und Lowboard dienen jetzt nur noch als schickes Regal im Partyraum. („Rest in Pieces“ quasi…)

Das Projekt hat mein Bekannter inkl. Leinwand 1:1 nachgebaut und er hat es noch heute im Einsatz.

Grundstattung (2010)

Als Grundausstattung an elektrischen Geräten stand mir zur Verfügung:

  • ein 42″ Philips LCD-Fernseher
  • ein Harman Kardon AVR 235 7.1 Verstärker
  • ein Paar Magnat Skyline Säulenlautsprecher
  • ein JBL Homecinema 5.1 System
  • ein Sanyo Z3 Beamer (720p)
  • eine Motorleinwand, 2m breit
  • diverse AV-Geräte: HD-Satreceiver, PS3, WDTV live

Mein Wohnzimmer bot eine eff. nutzbare Fläche von nur ca. 3,5m x 3,5m (!). Das ganze befand sich in einer Art Erker/Gaube, d.h. die Decke ging nur bis zur Hälfte, danach ging es in die Dachspitze hinauf. Die Decke war also nicht verwendbar zur Montage der Leinwand.

Die alte Schrankwand war mehr ein „klassisches“ Modell aus Ende 90er, die bot kaum Platz für die ganzen Geräte, geschweige denn für die großen Boxen und den TV… Außerdem in Buche-Optik: Konnte ich nicht mehr sehen!

Also fasste ich den Entschluss: Eine neue, moderne Wohnwand musste her, und am besten sollte die Leinwand integriert werden.

1. Konzept

Ich habe diverse Möbelhäuser abgeklappert auf der Suche nach passenden Möbeln, die für das Vorhaben geeignet wären. Mittlerweile hatte ich schon eine grobe Vorstellung, wie ich das ganze aufbauen wollte:


Die Leinwand (rot) wollte ich in das obere Regal („Board“) einbauen und verstecken. Sie sollte so aus dem Schrank herausfahren können vor den Fernseher.

Die flexibelste Lösung fand ich bei IKEA in der BESTA-Serie. Über den Online-Baukasten konnte ich diese Ansicht erstellen:

Soweit der Plan.

2. Umzug

Die ersten kleineren Regalteile von IKEA konnte ich noch direkt mit dem Golf holen.
Das ganze habe ich dann schon mal test-weise zusammengesetzt, um die Proportionen zu prüfen.

Als nächstes musste Platz gemacht werden für den Aufbau: Also raus mit dem alten Schrank! Ich habe mit einen Kleintransporter geliehen und die alte Wand bei meinen Eltern eingelagert.
Am gleichen Tag habe ich dann noch einen ausgiebige Shopping-Tour beim schwedischen Möbelhaus getätigt und alle wichtigen und v.a. größeren Teile besorgt.

3. Vier Bier für’s Sägewerk

Um die Leinwand in den Schrank zu bekommen, mussten passende Aussparungen dafür in die senkrechten Streben gesägt werden, sowie ein langer Schlitz in die waagrechte Grundplatte.

  

Ich habe die Abstände für die Schlitze und die Position der Leinwand vermessen und angezeichnet.

Zum Sägen habe ich anfangs noch meinen Noname-„Dremel“ vom Dicounter verwendet, aber ernsthaft konnte man damit nicht sägen(!)… Die IKEA-Möbel lassen sich zwar relativ leicht sägen, weil sie hohl sind, aber sehr präzise ging es so nicht.

  

Der Rest wurde dann beim Onkel mit einem richtigen Dremel mit Mini-Kreissägenaufsatz erledigt. Interessant: Die stabile Wabenkonstruktion. Furnierte Pappe made in Schweden ;)

Da an den Schnittkanten die unansehnliche Pappe herausquoll, musste das ganze verschlossen werden. Ich habe mir schwarze Holz-Möbelfolie (DeCeFix) aus dem Baumarkt besorgt und so die Kanten bündig zugeklebt.

  

Auch der lange Schlitz in der Grundplatte lies sich unkompliziert mit einer Handkreissäge machen.

Dann konnte ich die ganze Konstruktion zusammenbauen:

4. Wandmontage

Für mich der schwierigste Teil des Vorhabens: Das schwere Board mit der integrierten Leinwand sicher an die Wand dübeln. Ein Teil der Wand Trockenbau, der andere Teil Sandstein anno 1960… Ich habe mir Unterstützung von meinem Vater geholt und so haben wir das Stück an die Wand gehängt.

Das Kabel für die Elektronik im Regal wurde seitlich rausgeführt.

 

Jetzt den ganzen Rest aufbauen und zusammenschieben. Dann wurde es Zeit für einen weiteren Leinwand-Test:

 

5. Finetuning

Ursprünglich wollte ich ins Regal vor die Leinwand senkrecht Spiegel stellen, um das Fach optisch nach hinten zu verlängern und so eine Illusion der wirklich unsichtbaren Leinwand zu schaffen. Mangels passender Spiegel, bzw. mangels Möglichkeiten, diese kurzfristig in Streifen zu schneiden habe ich mich für eine andere Lösung entschieden: Ich habe 2 Regalböden in passende Streifen gesägt und platziert. Sieht auch toll aus :)

Für die Beleuchtung des Bodens über der Leinwand habe ich einen 120cm langen flexiblen LED-Klebestreifen zerteilt in 4 Teile und hinten an die Wänder der Regalteile geklebt. Per Schalter ein- und ausschaltbar.

Glastüren ran, fertig. Mit den ganzen Hifi-Geräten sah das ganze so aus:

 

 

Den Beamer habe ich seitlich versetzt an der gegenüber liegenden Wand montiert (Lens-Shift sei Dank). Damit ich meine 3 HDMI-Geräte an den 2 Endgeräten (TV & Beamer) ansteuern konnte, habe ich einen Digitus HDMI 4×2 Switch verwendet.

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