Von meinem Arbeitgeber konnte ich günstig einen ausrangierten Mini-PC erstehen: Einen Lenovo M92p tiny mit i3-2120T-CPU und 8GB RAM für gerade einmal 50,- (inkl. DVD-Laufwerk). Einsetzen wollte ich den kleinen PC in DIY-Projekten. Ich dachte mir, ich könnte so für meinen Arcade-Bartop einen deutlichen Leistungsschub erreichen, der v.a. für die AMIGA- und DOS-Emulation nützlich sein könnte. Hier kam der bisher verbaute Raspberry Pi 3 an seine Grenzen.
Nimmt man die Benchmarks von Geekbench zum Maßstab, liegt die verbaute 12 Jahre alte i3-CPU weit vor den Prozessoren von Raspi 3 und 4 und nur knapp hinter der des Raspi 5. Preislich bewege ich mich mit 50 EUR jedoch deutlich unter dem preis des Raspi 5 Modells
- raspi3 (Broadcom BCM2837) vs i3
i3 ist 4x schneller - raspi4 (Broadcom BCM2711) vs i3
i3 ist doppelt so schnell - raspi5 (Broadcom BCM2712) vs i3
i3 ist 11-31% langsamer
Software-Vorbereitung
Also Emulationsplattform habe ich mich für Batocera entschieden, das für viele Plattformen verfügbar ist und sogar direkt von USB-Laufwerk bootet. Das System basiert wie andere Systeme auch auf EmulationStation/RetroArch. Ich habe eine 128GB große SSD in den PC eingebaut und das x86/x64-Image von Batocera auf eine USB-Stick geschrieben. Damit konnte ich den PC booten und im Menu von Emulation Station „Install System on Host“ ausführen. Nach wenigen Minuten Download & Installation war das System auf der internen SSD installiert und bereit zum Neustart.
Hardware-Einbau
Der Einbau des Thinkcentres war etwas knifflig, da der PC doch um einiges größer als der Raspi ist der Einbaurahmen eine Basis zur Befestigung benötigte. Also musste ich die Hardware etwas umbauen, brachte das neue „Herz“ aber gut im Gehäuse unter.
Info/Probleme
Aktuell funktioniert W-Lan noch nicht. Batocera gibt hier Hilfestellung. Solange muss ich ein LAN-Kabel verwenden.
Update 02/2016
Vor 2 Jahren habe ich meinen Bartop mit einem neuen Rechner ausgestattet – Zum einen für mehr Leistung und zum anderen, um meinen Raspi wieder verfügbar zu haben. Aber so schön und wertvoll das Gerät für mich auch ist – die meiste Zeit steht er zwar dekorativ aber doch meist unbenutzt an seinem Platz. Aus einer ähnlichen Motivation wie beim letzten Mal – nämlich dass ich eine bessere Verwendung für die eingebaute PC-Hardware hatte – wollte ich nun nochmals einen anderen Rechner einbauen. Ich konnte vor kurzem mehrere Lenovo IdeaCentre Q180 (Intel Atom D2700 (2C/4T), 4GB RAM (max)) aus dem Elektroschrott retten, die für einfache Konsolen-Emulation eigentlich mehr als ausreichend sein sollten. Für mehr sind diese alten (2011er) Mini-PCs vermutlich auch nicht mehr brauchbar. Vielleicht geradezu ideal als Emulationsrechner?
Ideacentre-Installation
Da ich von einem X64- auf ein X64-System wechseln wollte, tauschte ich kurzerhand die SSD, um die bestehende Batocera-Installation weiter zu nutzen.
Da die Atom-CPU, bzw. deren Grafikeinheit keinen x264/Videodecoder an Bord hat, ruckelte die Intro Animation stark. Die Performance in den Emulatoren war jedoch top.
Also: Intro abschalten

