Raspberry Pi 400: Die Rückerkehr des Tastaturcomputers

Viele „Heimcomputer“ der späten 1980er Jahre kamen im kompakten Tastatur-Formfaktor daher. Und so waren u.a. Commodore C64, C128, AMIGA, Atari ST, u.v.m. bekannt und beliebt: das Mainboard – und damit der eigentliche Rechner – war in eine Computertastatur eingebaut – teilweise etwas überdimensioniert, wie beim AMIGA 500 oder C128.

In diesem Herbst brachte nun die Raspberry Pi Foundation seinen Einplatinen-Computer in einer überarbeiteten Version ebenfalls in einem Tastaturgehäuse heraus und nannte das ganze „Raspberry Pi 400“. Das Gerät besteht im Wesentlichen aus einem überarbeiteten Raspberry Pi 4 (4GB), der samt einem großen Heat-Spreader in einer offiziellen Raspi-Tastatur eingebaut wurde.

Der neue Raspi 400 ist aktuell sehr geliebt und in vielen Shops bereits ausverkauft. Ich habe meinen im BuyZero-Shop (vor-)bestellt, in dem es einen sehr informativen Blog u.a. über den aktuellen Raspi400-Lieferstatus und weitere Raspi-Themen gibt.

Technische Daten

Der Raspi 400 ist im wesentlichen ein Raspi 4 mit neuem Mainboard, bei dem alle Anschlüsse auf eine Seite verlegt wurden.

  • Broadcom BCM2711 quad-core Cortex-A72 (ARM v8) 64-bit SoC @ 1,8 GHz
  • 4GB DDR4-RAM
  • 802.11b/g/n/ac WLAN
  • Gigabit-LAN
  • Bluetooth 5.0
  • 2x USB 3.0, 1x USB 2.0
  • 2x MicroHDMI (bis 4Kp60)

Über die Entwicklung des Raspi 400 vom Prototypen bis zum fertigen Gerät gibt’s hier Infos.

Kosten/Nutzen

Ich war mir eine Weile unsicher, warum man sich so einen Computer kaufen sollte. Für 100,- bekommt man ein gutes gebrauchtes Notebook, das dann sogar Bildschirm, Akku und deutlich leistungsfähigere CPU bietet. Für den klassischen Einsatzzweck eines Raspi für DIY-Projekte oder Smarthome-Steuerungen oder Spielekonsolen-Emulation ist der Aufpreis für eine Tastatur-Integration eigentlich zu hoch… Und als Desktop-PC-Ersatz auf Linux-Basis taugt die Mini-Hardware auch nur bedingt. Dafür ist ein gebrauchtes Notebook die bessere Wahl.

Mich persönlich hat maßgeblich der Retro-Charme des Einplatinen-Tastaturcomputers angesprochen. Mit diesem 2020er Heimcomputer  sollte es problemlos möglich sein, ein ultraschnelles emuliertes AMIGA- oder C64-System zu betreiben, welche v.a. von der vorhandenen Tastatur profitieren.

Demnächst werde ich ausprobieren, was der neuartige „Heimcomputer“ drauf hat und wie es um die Emulation unserer geliebten „Freundin“ AMIGA bestellt ist.

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