XXL-IMac – Mein Apple Nr. 4

Mein Arbeitgeber hatte alte Hardware ausgesondert und so konnte ich einen defekten 27″-IMac  (A1312, Mid 2011) aus dem Elektroschrott retten. Das Gerät selbst zeigte beim Anschließen an die Steckdose kein Lebenszeichen mehr, nicht einmal eine der 4 Diagnose-LEDs auf dem Mainboard leuchtete. Da der Rechner schon 9 Jahre alt und nicht mehr mit der unbedingt leistungsfähigsten Hardware ausgestattet war (2.7GHz Core i5 (2.Gen), 8GB RAM), war eine teuere Reparatur für die Firma nicht mehr rentabel.

Optionen

Ich für meinen Teil sah 2 mögliche Recycling-Optionen:

  • Einen DIY-27″-Monitor basteln mit Hilfe einer LVDS-Controller-Platine aus China.
    • Vorteil: riesige 27″ Monitorfläche mit 2560×1440 Pixel Auflösung!
    • Nachteil: Hardwarekosten 70,- EUR, Keine volle Panel-Helligkeit möglich
  • Den IMac reparieren und selbst verwenden oder verkaufen
    • Vorteil: wenn überschaubarer Defekt, gute Rendite möglich
    • Nachteil: zuerst musste das Problem lokalisiert werden

Sollte sich das Gerät/Panel am Ende als irreparabel herausstellen, würde mir noch der Teileverkauf bleiben. Da ich nicht wusste, ob überhaupt das Panel funktionierte, konnte mehr defekt sein, als man auf den ersten Blick sah. Jedoch sollten sich Apple-Hardwareteile gut zu Geld machen lassen. Wäre dann aber vom DIY-Reparatur-„Erlebnis“ eher unbefriedigend.

Ich wollte die Apple-Hardware noch nicht gleich abschreiben, da mir ein möglicher Defekt von alleine dem Netzteils am wahrscheinlichsten schien. Bei eBay konnte ich ein gebrauchtes Netzteil für ~60 EUR erstehen (und später das defekte für 15,- wieder verkaufen…), was damit sogar günstiger war als die teuren China-LVDS-Boards (für einen Monitor-Bau). Für den Fall, dass es nicht daran liegen sollte, könnte ich das Netzteil genauso gut wieder verkaufen.

Nach ein paar Tagen war wurde das Netzteil geliefert und war mit ein paar Handgriffen ausgetauscht. Dann kam der spannende Moment – und siehe da: Die Diagnose-LEDs auf dem Mainboard leuchteten und beim Einschalten (noch ohne Bildschirm) hörte ich bereits den typischen Apple-Startsound! 😀 

Ich baute das Gehäuse provisorisch zusammen und steckte eine alte Festplatte an.

Installation

Da im Gerät initial keine Festplatte vorhanden war, musste ich quasi von Null beginnen und zunächst das passende Betriebssystem-Version auswählen:

  • Laut einer Kompatibilitätstabelle ist das letzte halbwegs unterstützte OS die Version 10.13 (High Sierra)
  • Es gibt wohl einen Catalina-Patcher, mit dessen Hilfe man MacOS 10.15  auf einem 2011er IMac installieren kann, allerdings ist hier dann kein Grafiktreiber mit Hardwarebeschleunigung mehr vorhanden.
  • Die aktuellste Version 11.0 (Big Sur) wird gar nicht mehr unterstützt
  • Also werde ich auf Version 10.13 (High Sierra) bleiben, die läuft ja auch schon gut im Macbook Pro

Lösungen mit gebrauchten NVidia-Grafikkarten im MXM-Formfaktor würde ich mir für den Zeitpunkt aufsparen, sollte die integrierte ATI-Karte tatsächlich einmal den Geist aufgeben.

Von meiner letzten Installation hatte ich noch einen USB-Stick mit High Sierra zur Hand und so ging es nach beim Booten automatisch mit der Installation vom Stick los. Eine gute Stunde später begrüßte mich dann das farbenfrohe High Sierra Hintergrundbild auf dem großen IPS-Screen. 

Eine erneute Installation auf eine SSD hat dann nur noch 10 Minuten gedauert. Die SSD habe ich einfach mit Klettband an die Rückseite des Gehäuses geklebt, wo vorher mal Platz für eine 3,5″ Festplatte vorgesehen war. Das hat dann nach Anleitung sogar funktioniert, ohne den Bildschirm wieder komplett auszubauen und abzustecken (nur 1 Stecker ist notwendig). Um die SSD parallel zu einer 2. Festplatte zu betreiben kann man auch ein 2. Laufwerk einbauen. Dazu muss allerdings das Mainboard raus, da der SATA-Anschluss auf der Unterseite liegt. Ausführlich beschrieben ist das z.B. hier.

Kühlung optimieren

Nach ein paar Tagen Betrieb ist mir aufgefallen, dass nach einigen Minuten einer der 3 Lüfter lautstark zu arbeiten beginnt und auch nicht mehr wirklich abschalten will. Mit der Software Macs Fan Control, die man in der free-Version kostenlos bekommt, wurde angezeigt, dass der HDD-Lüfter auf vollen Touren lief. Offenbar meldete einer der verbauten Sensoren keine/falsche Temperaturen von der nicht mehr vorhandenen 3,5″-Festplatte, die durch ein technisch moderneres System ersetzt wurde. Mit der Software kann man die HDD-Kühlung auf ein moderates Maß herunterregeln und so läuft der Rechner angenehm leise. Scheint ein verbreitetes Problem zu sein.

Fazit

Mit sehr überschaubarem finanziellen Aufwand (eff. 45,- f. Netzteil + 45,- SSD) konnte ich ein schönes edles Gerät wiederherstellen, das ansonsten entsorgt worden wäre.

Auf der anderen Seite war es natürlich aber ein Glücksfall, dass „nur“ das Netzteil defekt war. 

 

 

 

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