Turrican-Bartop selbstgebaut – Teil 1: Idee, Planung und Technik

Am Anfang stand ein Traum – der Traum von der eignen Spielekonsole, der eignen Maschine, die das Lieblingsspiel in allen Versionen abspielt.

Beim Ausschlachten eines alten 17″ TFT-Bildschirms (Belinea 101725) habe ich entdeckt, dass das TFT-Panel eine spezifische Modell-Nr. hat (M170EG01 V6), mit deren Hilfe man passende „LVDS“-Steuerplatinen aus China bestellen kann (z.B. bei eBay oder Aliexpress). Diese verfügen dann u.a. über DVI, HDMI und ggf. sogar Composite-Video Eingänge. Elektronik aus FernostMit einem geeigneten Content-Lieferanten (z.B: FireTV, Chromecast, Raspberry Pi) kann man so interessante DIY-Projekte realisieren, wie z.B. einen Medienplayer, Smart Mirror, oder eine emulationsfähige Spielekonsole. 🙂

TRON BartopLetztes fand ich am interessantesten und ich habe mich im Netz umgesehen, welche bestehenden Projekte es wohl geben würde. Ich bin auch den TRON-Bartop im Circuit-Board gestoßen, der optisch toll geworden ist und wollte mich an diesem Projekt orientieren. Als Motiv fiel mir schnell die klassische Turrican-Serie ein, die mich Anfang der 1990er Jahre begeistert hatte (und das immer noch tut). Es existierten sogar auch schon 2 Bartop-Projekte mit Turrican-Motiv ( und von Arcadeforge.net), jedoch wollte ich natürlich mein individuelles Design selbst entwickeln.

Technik-Prototyp

Bevor ich ans Möbelbauen ging, wollte ich das Technik-Setup einmal zum testen aufbauen, zumindest initial den Bildschirm mit dem Raspberry Pi und einem Controller einem Praxistest unterziehen. Um die diversen Platinen und Kabel zweckmäßig anzuordnen habe ich mir ein altes Regalbrett geholt und die Einzelteile provisorisch angeschraubt. Auf eine MicroSD-Karte habe ich mit das vorgefertigte Retropie-Image geschrieben und direkt ausprobiert. Auch Recalbox habe ich getestet, hatte aber einige Konfigurationsschwierigkeiten v.a. mit der Bildschirmauflösung.

Display-Test mit Raspi Test von Recalbox auf dem Raspi Test von Turrican II (DOS) auf dem Raspi

Hinweise:

  • Das Netzteil sollte wirklich >1A bringen, sonst nörgelt der Raspi permanent
  • in Raspi-config den Videomodus fest auf die Auflösung des Panel stellen (1280×1024) (mode 35)
  • Im Panel-Menu natürlich das Bildformat von 16:9 auf 4:3 (bzw. 5:4) umstellen
  • In der Retropie-Config ebenfalls auf 5:4 umstellen
  • Ab Werk geht die Steuerplatine autom. auf Standby, wenn kein Signal gefunden wird. das habe ich umgestellt, da der Monitor immer angehen soll, wenn das Gerät eingeschaltet wird. Einstellbar ist das im Service-Menü, das man erreicht, wenn man auf der Fernbedienung [MENU] + 1147 drückt

Emulations-Tests

Ich habe einige Cores nachinstalliert, die ich verwenden wollte. Insbesondere auch AMIGA und DOS, auch wenn diese nicht die „typischen“ Arcade-Plattformen waren. Mit der Performance war ich insgesamt sehr zufrieden, sogar die DOS-Emulation war sehr flüssig.

Und einige AMIGA-Szenedemos machten Lust auf mehr Retro:

Hinweise zu RetroPie

  • Bei Problemen mit dem Controller in den Emulatoren, kann man mit RetroPie-joystick-selection prüfen, ob der/die verbauten Controller dem richtigen Player zugeordnet wurden. (mein Controller war fälschlicherweise P2 zugeordnet)
  • Um in RetroPie, bzw. in der Emulation Station die Bedienung mit der Tastatur zu ermöglichen, diese einfach via Input Config als weiteren Controller hinzufügen.

Build-Log

Um die Übersicht zu wahren, habe ich meinen weiteren Baubericht aufgeteilt:

 

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